"Mein Kind schläft nur auf dem Arm ein" 

Gerade kürzlich habe ich mit einer Familie zusammengearbeitet, die mit dem Problem zu mir kam, dass ihre Tochter Minna (18 Monate und Name geändert) nur auf dem Arm einschläft. Das hat zum einen dazu geführt, dass das abendliche Zubettgehen ein sehr langer Prozess war, den beide Eltern als anstrengend empfunden haben. Und zum anderen dazu, dass dieser Prozess in der Nacht mehrfach wiederholt werden musste. 

So haben weder die kleine Minna noch ihre Eltern in der Nacht ausreichend und erholsam schlafen können. Und weil die Familie schon in den kommenden Monaten ein zweites Kind erwartet, bestand Handlungsbedarf. 

Das Schlafen auf dem Arm wird zur Gewohnheit 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass es für Kinder zur Gewohnheit wird, nur auf dem Arm oder in der Trage einzuschlafen. Wahrscheinlich kennt ihr das auch: Sobald die Kleinen eingeschlafen sind, legt ihr sie in ihr Bett. Wenn sie dann erwachen, sind sie in der Regel verwirrt und weinen, weil die Situation eine ganz andere ist als beim Einschlafen. Das ist nur verständlich – denn jeder möchte gerne so aufwachen, wie er eingeschlafen ist. Alles andere fühlt sich für das Kind komisch an und es reagiert mit Weinen. Es liegt dann an euch als Eltern, die Einschlafsituation vom Abend wiederherzustellen, damit euer Kind weiterschlafen kann. Problematisch wird es, wenn das viele Male jede Nacht passiert, sodass am nächsten Morgen alle müde und unausgeschlafen in den Tag starten.


Minna schläft nun abends glücklich in ihrem eigenen Bett ein

Im Fall von Minna haben wir es in nur wenigen Tagen geschafft, sie auf behutsame Weise daran zu gewöhnen, in ihrem eigenen Bettchen einzuschlafen. Seither schläft sie fast jede Nacht durch und sowohl Minna als auch ihre Eltern starten ausgeschlafen in einen neuen Tag und sind voller Vorfreude auf das Geschwisterkind, welches dann erneut für unruhige Nächte sorgen wird… Als Neugeborenes ist das natürlich absolut in Ordnung – dazu ein anderes Mal mehr. 

Aber wie haben wir es geschafft, dass Minna nun abends gerne in ihr Bettchen geht und dort glücklich einschläft?

3 Tipps, die ihr direkt zu Hause umsetzen könnt 

Dabei spielen diverse Faktoren eine Rolle. Ich möchte euch drei Tipps mit an die Hand geben, die ihr sofort selbst umsetzen könnt:

1.     Besonders wichtig ist eine Abendroutine. Diese sollte jeden Abend genau gleich sein. So weiß euer Kind, was auf ihn oder sie zukommt und kann sich darauf einstellen, dass es gleich ins Bett geht.

2.     Füllt diese Routine mit Aktivitäten, die eurem Kind Freude bereiten und viel Körperkontakt beinhalten. Unsere Kinder sehnen sich so sehr nach unserer Aufmerksamkeit. Stillt dieses Bedürfnis und ladet den „Nähe-Tank“ auf, bevor ihr sie ins Bett bringt. Dann ist es für sie auch in Ordnung, ohne eure Unterstützung in ihrem Bettchen einzuschlafen. 

3.     Achtet auf den richtigen Zeitpunkt. Euer Kind sollte müde genug aber nicht übermüdet sein. Übermüdung ist der größte Feind. Dann reagieren Kinder mit viel Weinen und haben es besonders schwer, in den Schlaf zu finden. Beobachtet also genau die Müdigkeitsanzeichen. Zudem empfehle ich gerne, sich an die Wachphasen zu halten. Je nach Alter des Kindes, kann es kürzer oder längere Zeit am Stück wach sein, bevor der Körper wieder Schlaf benötigt. Dies ist ein Richtwert, der natürlich bei jedem Kind individuell abweichen kann. Hier findet ihr die Tabelle mit den Wachphasen.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben. Wenn ihr weitere Fragen zu eurer individuellen Situation habt, bucht euch gern ein kostenloses und unverbindliches Gespräch, in dem wir eure Situation genauer besprechen können und ich euch dann weitere Empfehlungen geben kann.